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Das Hölloch ist in Länge und Tiefe gewachsen

Höhlenforscher entdecken neue spektakuläre Verbindung

Die Karte des Höllochs, der längsten Schweizer Karst-Höhle zuhinterst im Muotathal (SZ), muss ergänzt werden: Höhlenforscher der Arbeitsgemeinschaft Höllochforschung (AGH) haben Ende Juli auf der Bödmeren die Verbindung zwischen einer vor fünf Jahren neu entdeckten Höhle und dem Hölloch gefunden. Damit ist das Höhlensystem des Hölloch nicht nur in der Länge, sondern auch in der Tiefe gewachsen.

Die neue Höhle wurde bereits vor fünf Jahren unweit der Pragelpass-Strasse gefunden. Sie wurde wegen dem zuerst darin gefundenen Siedlungsabfall „Güselloch“ getauft. Es brauchte insgesamt fünf Jahre und 60 Expeditionen, bis die zum Teil stark mit nassem klebrigem Lehm ausgekleidete Höhle freigelegt war.

Die Hoffnungen haben sich erfüllt

Anfänglich kamen die Forscher nur langsam vorwärts, weil es steil in die Tiefe ging und der Gang extrem eng war. Nach drei Jahren und 33 Vorstössen war die Höhle 2018 aber bereits 325 Meter lang und 69 Meter tief. Ende Juli dieses Jahres erfüllten sich dann nach weiteren 27 Höhlenfahrten die kühnsten Hoffnungen der Höhlenforscher: Nach 1633 beschwerlichen und dunklen Metern konnte zum ersten Mal in der Geschichte der Höllochforschung eine eigenständige Höhle mit dem Hölloch verbunden und damit ein neuer Eingang gefunden werden.

Über 1000 Meter tief – und noch kein Ende …

Der unscheinbare Güselloch-Einstieg liegt auf einer Höhe von 1584 Metern. Er ist damit neu der höchste Punkt des Höllochs. Zwischen dem tiefsten (551 m) und dem höchsten (1584 m) Punkt des weltbekannten Höhlensystems liegen damit neu 1033 Höhenmeter. Zwar gibt es noch deutlich tiefere Höhlen, die aber klar weniger als 200 km lang sind. Das Hölloch ist neu rund 207 Kilometer lang. Es gibt schon noch längere Höhlen, diese sind aber weniger als 1000 Meter tief. Somit sind die Dimensionen des Höllochs einzigartig wie man sie sonst nirgends auf der Welt kennt.

Leben in dunklen Tiefen

Trotz einer Durchschnittstemperatur von 3.5 Grad Celsius und hoher Luftfeuchtigkeit findet sich im Dunkeln auch immer wieder Leben. So wurde in einer Tiefe von rund 70 Meter bereits auch mehrmals eine Fledermaus beobachtet. Aber auch kleine weisse Krebse und Höhlenasseln wurden gefunden.

Das Hölloch ist die grösste Höhle Europas. Der Haupteingang und ein kleiner Teil der Höhle waren den Talbewohnern schon früher bekannt. Erstmals begangen wurde die Höhle 1875 durch den Bergauern Alois Ulrich aus Stalden. Systematische Erforschungen setzten ab 1889 ein. Ab 1905 wurde das Hölloch auch touristisch genutzt. Die Erschliessung wurde aber 1910 durch Hochwasser wieder zerstört. Erst nach dem 2. Weltkrieg wurde im Hölloch die Forschung wieder aufgenommen.

Teil des AGH-Forscherteams mit Planskizze im Hintergrund (©AGH)

Teil des AGH-Forscherteams mit Planskizze im Hintergrund
(Foto: ©AGH)

AGH Höhlenforscher 2018 (©AGH)

AGH-Höhlenforscher nach Güselloch-Vorstoss im 2018
(Foto: ©AGH)

Darstellung grosser Höhlensysteme mit Länge im Bezug zur Tiefe (Grafik: ©AGH)

Darstellung grosser Höhlensysteme mit Länge im Bezug zur Tiefe (Grafik: ©AGH)

Forscher im Güselloch 2020 (Foto: ©AGH)

Forscher im Güselloch kurz vor der Verbindung zum Hölloch
(Foto: ©AGH)

Fledermaus im Güselloch 2019 (Foto: ©AGH)

Spannende Höhlenbewohner: Fledermäuse in bis zu 70 Metern Tiefe
(Foto: ©AGH)

   

Chronik, Forschung, News

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