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Winter-EX 2023 im Muschelloch

| Iff Patrick | News

Auch dieses Jahr führten wir als AGH-Nachwuchsteam eine Winter-Expedition ins Muschelloch durch. Zu neunt erforschten wir vom 26. bis zum 30. Dezember 2023 vom Muschellochbiwak 1 aus primär die Gebiete "Dachsbau" und "Jammerlabyrinth".

Das Gebiet "Dachsbau" wurde auf der letztjährigen Winter-Expedition entdeckt. Es beginnt in der Endhalle des "Dielergangs" und erstreckt sich über ca. 500 m, wobei sich gross dimensionierte Gänge mit von Blöcken bedeckten Böden und engen, lehmigen Kriechpassagen abwechseln. Den Endpunkt des "Dachsbaus" bildet die 88 m lange, 30 m breite und 20 m hohe "Dachsbauhalle". Zu Beginn der diesjährigen Winter-Expedition waren im "Dachsbau" noch 17 horizontale Fortsetzungen und 4 Schlote offen.

Auf unserer diesjährigen Winter-Expedition konnten wir alle offenen Fortsetzungen im "Dachsbau" abschliessen. Leider wurden die sich hinter den Fortsetzungen befindenden Gänge allesamt entweder zu eng oder sie waren mit Lehm gefüllt oder verblockt. Die Vermessung sämtlicher Abzweiger im "Dachsbau" ergab ungefähr 300 m Neuland.

Das zweite Hauptforschungsgebiet war das im Frühjahr 2022 entdeckte "Jammerlabyrinth", welches den tiefsten bekannten Punkt im Muschelloch bildet. Die Hauptfortsetzung in die Tiefe endet auf 1718 m ü.M. in einem Siphon, allerdings wurde ca. 50 m über dem Siphon ein alter, mit Sinter verzierter Mäander, namens "Schatzmäander" entdeckt. Die ersten paar Meter dieses Mäanders waren bereits vermessen, die weitere Fortsetzung war noch offen.

Auf der diesjährigen Winter-Expedition erforschten wir den "Schatzmäander" weiter. Nach ca. 100 Metern gelangt man in einen kleinen Mäander, welcher in die eine Richtung in einen grösseren, mit Sinter geschmückten Mäander führt. Der aufwärts führende Ast dieses Mäanders endet in einem Halbsiphon, welcher nur mit Trockenanzug passiert werden sollte. Der abwärts führende Ast führt zu einem See, über welchen wir eine Traverse einrichteten. Hinter dem See folgt ein breiter, ca. 1 Meter hoher Gang, welcher "Sig Hääl" (auf Deutsch: Es ist rutschig/glitschig) genannt wurde. Unser aktueller Endpunkt ist ein weiterer Halbsiphon auf 1640 m ü.M., welcher wiederum nur mit Trockenanzug durchquert werden sollte. Somit konnten wir den bisher tiefsten Punkt des Muschellochs um 78 m unterbieten. Da dieses neu entdeckte Gebiet neben den beiden Hauptfortsetzungen Mäander auf- und abwärts auch noch einige unerforschte Abzweiger bietet, können wir uns auf viele spannende Vorstösse freuen.

Neben den beiden Hauptforschungsgebieten wurden mehrere kleinere Gebiete bearbeitet. So wurden ein Schlot in Biwaknähe hinter dem "Wellensee" sowie ein 29 m hoher Nebenschlot des 75er-Schlots im "Schlotterbeck" geschlossert und vermessen. Zudem wurde eine Traverse über den Schacht im Nordgang geschlossert, um den Nordgang 30 weitere Meter zu vermessen, bevor er wieder in einen Schacht mündet.

Nun können wir glücklich auf eine spannende, unfallfreie und mit 1796 Neulandmetern äusserst erfolgreiche Winter-Expedition blicken. Ein spezielles Dankeschön geht an alle AGHler, die uns als Fahrer und als Materialträger vom auf 1200 m ü.M. gelegenen Parkplatz zum auf 1822 m ü.M. gelegenen Höhleneingang und wieder zurück unterstützt haben.



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